Was ist eine Patella Luxation?



Bei jeder Hunderasse liegen gewisse rassespezifische Anfälligkeiten vor. Bei großen Rassen z. B. kommt es sehr häufig zu HD (Hüftgelenksdysplasie). Bei anderen Rassen mit viel Behang und faltigem Gesicht, ist die Gefahr von Entropium (Einwärtsstülpung des Lidrandes) gegeben. Leider sind auch die ansonsten doch recht robusten Chihuahuas nicht völlig von vererbbaren Defekten befreit.

Immer wieder hört man in Fachkreisen von dem beängstigenden Begriff PL. Doch was genau verbirgt sich hinter diesem Wort eigentlich?

Patella-Luxation kommt aus dem Lateinischen (Luxatio patellae) und bedeutet übersetzt nichts anderes als Verschiebung der Kniescheibe. Man unterscheidet eine angeborene (kongenitale), von der traumatisch bedingten (durch äußere Einwirkungen, wie z. B. einem Unfall) Patellaluxation. Die Patella ist ein kleiner Knochen, der im unteren Teil des Oberschenkelknochens in einer Rille (dem sogenannten Rollkamm) sitzt. Bei jeder Bewegung des Hinterbeines wandert diese innerhalb der Rille auf und ab. Es gibt nun mehrer Möglichkeiten, warum ein Hund unter einer Patella Luxation leidet. Zum einen kann es vorkommen, dass die Rille nicht tief genug ausgeprägt ist und die Patella deshalb während der Bewegungen hinausgleitet, oder aber die Patella selbst paßt nicht genau in diese Rille und hat daher keinen Halt. Ein anderer Grund für eine PL könnte auch an den Sehnenbänder liegen, die das Kniegelenk zusammenhalten sollen. Um richtig arbeiten zu können, müssen sie straff gespannt sein. Es gibt verschiedene Richtungen, in der die Patella sich verlagern kann. Wenn sie sich nach innen bewegt, spricht man von einer medialen Verrenkung. Bei einer Verschiebung nach außen, handelt es sich um eine lateralen oder aber die Kniescheibe befindet sich ständig in einer falschen Position, in diesem Fall handelt es sich um ein stationär verlagertes Knie. Der Mediziner unterscheidet bei einer PL zwischen einer angeborenen und einer hervorgerufenen (traumatisch bedingte) PL. Diese kann z. B. durch einen Unfall entstehen. Für gewöhnlich geht eine traumatisch bedingte PL ebenfalls mit anderen Verletzungen einher, wie z. B. einem Bänderiß, Meniskusschäden und/oder, Haut- und Muskelschäden. Eine Luxation kann hierbei sowohl nach medial als auch nach lateral erfolgen. Bei einer angeborenen PL verschiebt sich die Kniescheibe bei 70 % der betroffenen Tiere nach medial, weil der Femurhalswinkel meist kleiner als 140 Grad ist und es so zu einer Gewichtsverlagerung kommt. Bei einer viel selteneren, lateralen Verschiebung liegen für gewöhnlich x-Beine beim betroffenen Tier vor. Als Ursache für eine angeborene PL kommen wie gesagt mehrere pathologischanatomische Deformierungen und den daraus resultierenden funktionellen Abweichungen für die mediale oder lateralen Patellaluxation in Betracht.

Medizinische PL-Begriffe einmal genauer erklärt

Die medizinische Bezeichnung "Coxa vara" bezieht sich auf einen verkleinerten Winkel zwischen Femurhals und -schaft, sowie eine Verletzung des Schenkelhalses Bei der Diagnose "Coxa valga" liegt eine laterale Krümmung des Femurs (Oberschenkelknochens) vor oder eine Krümmung der Tibia nach medial. Bei einer Dysplasie des medialen Kondylus, liegt die Ursache in einer schiefen Gelenkfurche. Desweiteren kann auch eine Hypoplasie der Trochlea femoris oder eine Hypoplasie des medialen Kondylus vorliegen (Fehlstellung der Gliedmaßen). Wenn sich der Tuberositas tibiae nach medial rotieren läßt, liegt die Ursache meist an schwachen Bändern. Der Medizinier spricht hierbei von dem sogenannten Schubladensymptom. Ebenso kann jedoch auch eine Tarsalabduktion für eine PL in Frage kommen, wie wir sie häufig bei einer Calvé-Legg-Perthes-Erkrankung vorfinden. Eine genaue PL-Diagnose sollte immer erst nach gründlicher klinischer Untersuchung des Tieres gestellt werden. Dabei werden die Schweregrade zwischen 1-4 eingestuft. Doch sollte man sich davor hüten sich voreilig zu einer Operation überreden zu lassen. Es gibt leider viele Tierärzte, die gerne und vorschnell operieren möchten. Dies ist jedoch in den allerseltensten Fällen überhaupt notwendig. Bei einer leichten PL 1.-2. Grad merken weder Besitzer noch die betroffenen Tiere was von dem Befund. Zwar kann es vorkommen, dass die Tiere ab und an einmal im Laufen eines der Hinterbeine kurz anheben, doch verursacht dies dem Tier keine Schmerzen. Selbst Tiere mit einer hochgradigen PL leben oft völlig beschwerdefrei bis ins hohe Alter. Der Grund liegt an ihrem geringen Gewicht. Die Muskeln übernehmen automatisch die Aufgabe des geschwächte Kniegelenkes und stützen es damit ab. Nur wenn ein Hund offensichtlich Schmerzen hat und/oder in seinen Bewegungen so stark eingeschränkt ist, sollte man eine Operation in Erwägung ziehen. Und auch dann nur von einem erfahrenen Experten auf diesem Gebiet und niemals von einem Laien, der über keine oder nur wenig Erfahrung auf den Bereich der Patella-Luxation verfügt. Zu leicht kann es passieren, dass man durch eine Operation mehr Schaden anrichtet, als vorher vorhanden war. Ein Röntgenbild verhilft den Medizinern den genauen Strahlengang zu ermitteln. Auch kann man hierbei bereits Folgeschäden des Gelenk.- knochens und knorpels erkennen.

Genaue medizinische Diagnose und Gradeinteilung einer PL

Betroffen kann lediglich nur ein Kniegelenk sein, oder aber beide, in unterschiedlichen Schweregraden. Ein Herr Singleton hatte 1969 ein genaues Einteilungsschema auf der Grundlage von klinischen Befunden entwickelt, indem er 4 Schweregrade unterschied. Grad 1: Habituelle (gelegentlich auftretend) Luxation mit intermittierender Lahmheit. Bei gestrecktem Knie kann die Patella durch wenig Druck, leicht luxiert werden. Jedoch springt sie spontan wieder in die Rollfurche zurück. Eine geringgradige Rotation der Tibia und Verlagerung der Crita tibiae ist zwar möglich, dennoch hat das Tier keinerlei Beschwerden. Eine PL 1 ist für gewöhnlich nicht behandlungsbedürftig. Grad 2: Häufig habituelle (gelegentlich auftretend) und zeitweise stationäre (permanent auftretend) Patellaluxation. Eine manuelle Reposition der Patella ist möglich. Jedoch erfolgt eine spontane Reluxation bei nachlassen des manuellen Druckes. Die Rotation der Tibia ist vermehrt, aber weniger als 30°. Das Tarsalgelenk ist leicht abduziert. Auch diese Gradeinteilung ist in der Regel nicht behandlungsbedürftig. Grad 3: Die betroffenen Tiere weisen eine stationäre Patellaluxtion auf. Eine Rotation der Tibia mit Verlagerung der Crista tibiae nach medial um etwa 30°-60°. Abduktion des Kniegelenks beim Beugen und Strecken, sowie eine Abduktion des Tarsalgelenkes. Grad 4: Das Kniegelenk ist stationär verlagert. Eine Reposition (manuelle Richtigstellung) ist nicht möglich. In diesem Fall spricht man in Fachkreisen von einer ektopischen Patella. Die Rotation der Tibia und die Verlagerung der Crista tibiae richtet sich um 60°-90° nach medial. Das Tier humpeld sichtbar mit dem Betroffenen Gliedmaß im Lauf. Sind beide Gliedmaße betroffen, läuft das Tier mit gekrümten Rücken, wie ein Hase hüpfend, vorwärts. Als erstes wird der Tierarzt die Beinstellung der hinteren Gliedmaßen im Stand und im Lauf des Tieres beurteilen. Genauso wird er auch die Muskulatur der Oberschenkel abtasten. Auch die falsche Haltung von Kopf und Wirbelsäule können ebenfalls Hinweise auf eine vorliegende Fehlstellung geben. Manuell wird er die genaue Lage der Patella feststellen und mögliche Abweichungen, bzw. Vorsprünge des Knochenwachstums diagnostizieren (Crista tibiae Abweichungen). Mit leichtem Druck versucht er die Patella lateral und medial zum Luxieren zu bringen. Jetzt wird das Tier in eine Seitenlage versetzt. Wieder wird die genaue Lage der Patella festgestellt und versucht sie manuell zu luxieren. Dabei wird das Beingelenk jeweils in unterschiedlichen Positionen bewegt. Zudem wird die mögliche Rotation der Tibea durch schubweises vor und zurück schieben, überprüft. Je intensiver eine Rotation vorliegt, desto instabiler ist das gesamte Knie. Dieser Befund wird als vorderes Schubladenphänomen oder Tibialkompressionstest bezeichnet. Genauso wird überprüft, ob die Gelenkbewegung des Tieres sogenannte Krepitationen verursacht. Hierbei handelt es sich um knackende Geräusche im Kniegelenk. Eine Verabreichung von Beruhigungsmitteln oder einer Narkose sollte grundsätzlich vermieden werden, da dabei auch alle Muskeln betäubt werden und dies zu einer schlechteren Beurteilung führen kann. Auch sollten man bei Hündinnen keine Untersuchung kurz vor oder nach einer Läufigkeit durchführen lassen. Der angestiegende Hormonspiegel in dieser Zeit könnte ebenfalls zu einem schlechteren Ergebnis führen. Je nach Ergebnis der Untersuchung wird der Arzt einen PL-Befund zwischen 0 - 4 feststellen. Eine röntgenologische Untersuchung wäre im Grunde nur bei Tieren mit Schmerzen und starkem Bewegungsproblemen ratsam. Für eine PL-Untersuchung sollte das Tier mindestens 12 Monate alt sein. Eine vorherige Untersuchung würde wenig Sinn machen, da man nur in den seltensten Fällen schon bei einem Welpen, bzw Junghund, eine PL-Disposition sicher nachweisen könnte.

Was bedeutet es, wenn das Kniegelenk knackende Geräusche von sich gibt?

Oft bemerken besorgte Hundebesitzer ein knackendes Geräusch am Kniegelenk ihres Hundes. Der Grund liegt oft an einem bisher nicht bemerkten Kreuzbandriß. Die Kreuzbänder halten das Innere des Knies mit dem Gelenk zusammen. Im gesunden Zustand verhindern die Bänder, dass das Schienbein gegenüber dem Oberschenkelknochen nach vorne wegrutscht. Reißt nun durch eine falsche Bewegung eines der Bänder, verliert das Knie seine Stabiltät. Bemerkbar macht sich dies häufig durch ein knackendes Geräusch. Der Tierarzt diagnostiziert den Kreuzbandriss sicher, indem er das sogenannte „Schubladenphänomen“ auslöst. Dabei versucht er mit einem speziellen Griff das Schienbein gegenüber dem Oberschenkel nach vorne zu verschieben – ist dies möglich, liegt ein Kreuzbandriss vor. Doch eine OP ist ebenfalls nur selten notwendig. Denn auch wenn ein gerissenes Kreuzband zwar nicht wieder heilen kann, so ist es bei einem Fliegengewicht wie dem Chihuahuas möglich, dass allein die Muskeln dem Kniegelenk zu genügend Stabilität verhelfen. Dazu gehört als erstes eine strikte Ruhephase von mindestens 6-8 Wochen. Nach Ablauf dieser Zeit sollte das Tier wieder normal laufen können. Der Grund, warum es zu einem Kreuzbandrisses kommt, scheint eine Verschleißerscheinung zu sein, der man nur schlecht vorbeugen kann. Jedoch kann man das Risiko durchaus minimieren. Denn bei schlanken und aktiven Tiere reißt das Band deutlich seltener als bei Tieren, die wenig Auslauf haben und zu Übergewicht neigen. Warum leiden vermehrt kleine Rassen an einer PL? Die Anfälligkeit für eine Patella-Disposition findet man bedauerlicher Weise sehr oft bei allen kleineren bis mittelgroße Hunderassen. Der Grund liegt an ihrem feingliedrigen Knochenbau. In den allermeisten Fällen, macht sich eine PL erst im Junghundalter bemerkbar. Man nimmt an, das durch den Eintritt der Geschlechtsreife, auch der östrogene Anteil im Körper ansteigt und somit zu einer Bindegewebserweichung führt, was eine bisher unbemerkte PL-Disposition hervorheben kann.

Patella-Luxation, eine züchterrische Herausforderung an jeden Züchter

Die Vererblichkeit von PL ist längst bewiesen, weshalb man sie nur durch gezielte Selektion bekämpfen kann. Es versteht sich daher von selbst, dass nur nachweislich PL freie Tiere überhaupt in der Zucht eingesetzt werden dürften. Allerdings ist der VDH-VK derzeit noch der einzige Verband in Deutschland, der grundsätzlich nur freie Tiere in der Zucht zulässt.
Leider jedoch vererbt sich eine PL nicht nach dem Prinzip -2 freie Elterntiere ergeben ebenso freien Nachwuchs.
Den Grund dafür finden wir an dem polygenen Erbgang der möglicherweise zu einer PL Belastung führt.
Um dies den interessierten Leser einmal näher zu erklären greife ich auf ein vereinfachtes Anschauungsmodel zurück.
Gehen wir einmal davon aus, dass es 20 Gene gibt, die eine PL verursachen würden. Damit es aber zu einer Ausprägung kommt, müssen mindestens 10 kranke Gene beim Hund aufeinander treffen. Weist ein Hund nur 5 kranke Gene auf, ist der Hund klinisch PL frei. Gehen wir jetzt davon aus, dass jeder Hund immer auch kranke Gene in sich trägt und bei einem Wurf die Mutter 6 kranke Gene aufweist und der Rüde ebenfalls 6 kranke Gene. Damit wären beide medizinisch völlig frei von einer PL.
Allerdings mischt die Natur nun willkürlich die Gene der Elterntiere zusammen. Bei 3 Welpen könnte es nun zu folgender Zusammenstellung kommen:
Vom Vater erhält einer der Welpen 3 kranke Gene und von der Mutter 5. Damit wäre dieser Nachkomme ebenfalls gesund. Ein anderer Welpe erhält 5 kranke Gene von der Mutter und 4 vom Vater. Auch dieser wäre gesund, da mindestens 10 kranke Gene aufeinander treffen müssen, damit eine PL entsteht.
Der letzte Welpe jedoch hat das Pech und erhält von der Mutter 6 kranke Gene und vom Vater ebenfalls 6. Dieser Welpe kommt auf insgesamt 12 kranke Gene und wird erblich bedingt eine PL vorweisen.
Aber bitte kommen Sie jetzt nicht in die Versuchung zu glauben, dass eine gezielte Selektion gesunder Tiere ja demnach zu nichts führen würde, da sich immer wieder PL belastete Tiere einschleichen könnten.
Nur durch eine strenge Selektion über viele Generationen hinweg, können wir verantwortungsbewussten Züchter erreichen, dass die Elterntiere nur sehr geringe kranke Gene ich sich tragen.
Die Wahrscheinlichkeit für belasteten Nachwuchs ist demnach sehr gering. Anders verhält es sich, wenn eines oder schlimmstenfalls sogar beide Elterntiere erblich vorbelastet sind und somit beide 10 oder mehr kranke Gene in sich tragen. Dann ist die Wahrscheinlichkeit für gesunden Nachwuchs nur äußerst gering, da die erbliche Vorbelastung eindeutig zu hoch liegt.
Aus diesem Grund sollte jeder verantwortungsbewusster Züchter die PL-Freiheit seiner Tiere als oberstes Zuchtziel in seiner Zucht setzen.
Inzwischen schlagen auch immer mehr Tierärzte Alarm und fordern endlich eine strengere Selektion in der Rassehundezucht, da der hohe Befallsgrad eindeutig zu einem dringenden Handlungsbedarf zwingt.
Auf drängen des VDH wurden inzwischen qualifizierte Tierärzte zu einer speziellen Weiterbildung motiviert, sowie einheitliche Befunde und Diagnosebogen für Zucht-Bescheinigungen ins Leben gerufen, um eine effektive züchterische Bekämpfung der PL zu bewirken.
Es ist jedoch ausgeschlossen, das es irgendwo auf dieser Welt eine Zucht gäbe, die für 100%ig PL-freien Nachwuchs garantieren könnte. Züchter, die dies tatsächlich von sich behaupten, sind einfach nur Träumer oder aber Ignoranten.
Denn auch bei der allersorgfälltigsten Auswahl der Zuchttiere, bleibt immer noch ein Restrisiko. Denn leider läßt sich die Natur nun einmal niemals zu 100% in die Karten sehen.
Ich persönlich bedaure es sehr, das es leider noch immer keine gesetzlich vorgeschriebene Nachweisbescheinigungsplicht gibt, mit der alle Züchter ein tierärztliches Gutachten über die tatsächliche PL-Freiheit ihres Zuchttieres vorlegen müssen, bevor sie eine offizielle Zuchtzulassung erhalten. So wie es im VDH-VK schon längst zur Pflicht geworden ist.

Worauf ein Züchter bei der Auswahl seiner Tiere achten sollte

Es gibt tatsächlich einige Auswahlkriterien, die man insbesondere als Züchter bei der Auswahl seiner Zuchttiere und der Zielsetzung seines Zuchtzieles berücksichtigen sollte. Zu einem sollte ein Chihuahua über eine kräftige Knochenstärke verfügen. Zierliche und dünne Beinchen neigen nachweislich leichter zu einer PL Disposition. Desweiteren sollten die Hinterbeine eine gute Winkelung zeigen. Sehr steile Winkelungen lassen der Patella wenig Spielraum für eine ausgeprägte Entwicklung.
Genauso sollten Tiere mit O oder X Beinen nicht zur Zucht eingesetzt werden. Nicht nur, das es sich dabei um eine meist vererbliche Fehlstellung der Beine handelt, sondern auch weil dieses Merkmal ein Zeichen für ein schwaches Bindegewebe ist, was wiederrum bedeutet, das auch alle Gelenke in ihrer Gesamtstruktur nachgiebig sind.

Worauf jeder Züchter bei der Aufzucht seiner Welpen achten sollte

Zum Einen ist die Ernährung im Welpenalter sehr wichtig. Der Knorpel muß sich gut ausbilden können. Mangelerscheinungen in dieser Zeit können schlimme Spätfolgen mit sich bringen. Aus diesem Grund sollte jeder Züchter seinen Welpen von der ersten Mahlzeit an, einen vollwertigen Futterplan zusammenstellen, der sich genau den Ernährungsbedürfnissen seiner Rasse anpaßt.
Genauso ist es wichtig, das sich die Welpen nicht auf rutschigen Fliesen oder anderen glatten Oberflächen bewegen müssen. Das ständige Aus- und Abrutschen der kleinen Beinchen überdehnt die Gelenke und Sehnenbänder, was sich später böse rächen kann.
Zum Anderen ist die reine Wurfkistenhaltung und der damit verbundene beschränkte Auslauf, für die Entwicklung, insbesondere des Gelenk- und Knochenwachstums der Jungen eher schädlich. Um genügend Muskeln aufbauen zu können, brauchen Welpen ausreichenden Auslauf und genügend Spielmöglichkeiten.

Haltungsfehler bei einem jungen Hund, die eine PL begünstigen können

Auch als zukünftiger Besitzer eines noch jungen Hundes kann man unwissentlich viel verkehrt machen und somit unbewußt eine PL begünstigen.
Selbstverständlich ist es besonders wichtig im ersten Lebensjahr auf eine optimale Ernährung zu achten.
Jedoch darf man es auch nicht zu gut meinen, denn Übergewicht tut keinen Hund gut und belastet unnötig die Gelenke. Zudem darf ein Welpen im ersten Lebensjahr möglichst überhaupt keine Treppen steigen. Genausowenig darf er ständig aus erhöhter Position herunter springen, um eine vorzeitige Gelenksüberanspruchung zu vermeiden.
Und auch wenn ein Chihuahua auf den ersten Blick sehr zerbrechlich wirkt, sollten sie sich nicht dazu verleiten lassen ihn in "Watte" zu packen, sprich ihn die meiste Zeit über zu tragen. Chihuahuas sind sehr robuste kleine Hunde und regelmäßige Spaziergänge sind für ihren Muskel- und Gelenkaufbau lebenswichtig.
Sehr oft leiden besonders Tiere mit schwacher Muskelatur auch an ebenso schwachen Gelenken. Unter solchen Umständen nützt auch die beste Abstammung eines Hundes wenig.

Behandlungsmöglichkeiten bei einer PL

Natürlich kann man einen Hund mit einer leichten PL-Disposition nicht heilen, aber man kann einiges dafür tun, um den Verlauf weitesgehend unter Kontrolle zu halten. Letzendlich kann nur ein Tierarzt den Schweregrad und die Behandlungsmaßnahmen einer PL bestimmen. Aber trotz allem sollte eine Operation immer der letzte Ausweg sein. Holen Sie sich deshalb ruhig den Rat mehrerer Ärzte ein, bevor Sie sich für eine Operation entscheiden.
Zuallererst sollte man versuchen durch gezielte Nahrungsergänzung den Knorpelwachstum wieder zu aktivieren und zu unterstützen. Präparate mit Chondroprotektiven (Knorpelschützenden Substanzen) können z. B. den geschädigten Knorpel helfen sich wieder selbst zu regenerieren.
Ich selbst gebe allen meinen Welpen diese natürlichen Zusätze schon vorbeugend mit ins Futter, um einen effektiv ausgebildeten Gelenkknorpel zu gewährleisten. Zudem empfiehlt sich ein gezieltes Muskelaufbautraining bzw. eine spezielle Physiotherapie zu beginnen, das helfen soll, die Gelenke durch mehr Muskelmasse zu entlasten.
Auch medikamentös gibt es Möglichkeiten, wie man eine PL behandeln/lindern kann.


‹‹ Quellverweis ››